Für mich ist es ein Schub, wenn entweder neue Symptome auftreten oder altbekannte Symptome sich wieder verstärken und wenn sich das über mehrere Tage (oder wenige Wochen) progredient bis zu einem bestimmten Punkt (ich nenne das für mich den Schubhöhepunkt) fortentwickelt, um sich dann, wenn der Schubhöhepunkt erreicht ist, langsam wieder zurückzuentwickeln (entweder vollständig oder unvollständig). So zumindest verliefen Schübe bei mir bisher immer.

Hätte es für dich denn Konsequenzen, wenn du wüsstest, daß es ein Schub ist?

Uhthoff entsteht übrigens nicht durch Stress, sondern ist Folge einer Erwärmung des Körpers zum Beispiel durch warmes Wetter, ein heißes Bad, Fieber.

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Nein, nicht dergleichen…ich hatte kein Fieber und warmes Wetter i D, da müssen wir uns noch gedulden😄…dann muss es wieder ein Schub sein…was sich ändert…ich weiss es nicht…ich hab Angst, dass es einfach nicht schlimmer wird…ist ja schon 3 Wochen seit das angefangen hat…

Maria, wenn es ein Schub wäre, hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Dich schonen und etwas mehr auf dich achten und den Schub ohne Kortison “aussitzen”. Meines Wissens klingt ein Schub mit Kortison zwar schneller ab, auf das Endergebnis der Abheilung nach einem halben oder einem Jahr hat es aber keinen Einfluss.

  2. Wenn du denkst, es sei nötig, musst du noch mal zum Doc und das Thema Kortisongabe ansprechen.

Die Entscheidung, was zu tun ist, kann dir niemand abnehmen. Wenn du noch neu dabei und unerfahren bist, gehe lieber einmal mehr als einmal zuwenig in die Praxis.

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Gute Empfehlung, kann ich bestätigen :+1:

Pünktlich 5-6 Tage vor meiner Periode sind die Symptome von meinem ersten und bisher einzigen Schub wieder da. Mal schlimmer mal weniger schlimm. Legt sich meistens 1-2 Tage nach der Periode wieder

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Man sollte halt bedenken, dass eine entzündliche Aktivität, die nicht durch Kortison zum Stillstand gebracht wird, nicht weniger Schäden anrichtet als wenn diese frühzeitig behandelt wird.

Ich weiß @Nalini , dass du das lieber durch Spiritualität behandelt. Ich für mich kann sagen, dass mein erster Schub, da kein spinales MRT erfolgte und somit unerkannt blieb, mich innerhalb 5 Tagen zum beinbetonten Halbtetraplegiker machte.

Vielleicht verstehst du nun etwas, warum ich bei Halbwahrheiten und Esoterik und Kortisonverteufelung so auf die Bleibremse trete.

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@Powerbroiler Das, was ich oben geschrieben habe, kannst du genau so in neueren Fachbroschüren nachlesen.

Wenn du im entsprechenden Thread genau und neutral gelesen hättest, hättest du mitbekommen, daß es mir nicht um die Spiritualität ging, sondern um die psychosomatischen Aspekte. Aber das scheint dich wenig zu interessieren. Mehr interessiert dich, eine falsch pauschalierende Aussage zu basteln. Vielleicht würde mich das ärgern, wenn ich das nicht schon vom Power… gewöhnt wäre :roll_eyes:

Wenn der akute Schub da ist, muss man damit umgehen. In dem Moment hilft weder Spiritualität noch Psychosomatik. Bei der Entscheidung Kortison ja oder nein gilt das, was ich oben geschrieben habe. Vielleicht kann ich später am Tag noch ein Zitat aus einer Fachbroschüre nachliefern, um meine Aussage zu belegen.

Ansonsten empfehle ich dir Nachhilfeunterricht bei deinem Kumpel Shitman. In punkto Kortison könntest du einiges von ihm lernen :stuck_out_tongue:

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Ich bezweifle übrigens, daß Kortison das verhindert hätte. Ich hatte selbst schon Paraplegie, und das nicht nur einmal. Zum Glück gab es in beiden Fällen eine zumindest teilweise Rückbildung.

Wie angekündigt melde ich mich noch einmal zum Thema Kortison. Im Raum steht die Frage, ob die Anwendung von Kortison auch das Endergebnis der Abheilung beeinflusst und nicht nur zu einer schnelleren Rückbildung der Symptome verhilft.

Dazu habe ich mir zwei Schriften angeschaut. Zum ersten das, was die Schweizer MS-Gesellschaft schreibt. Ich zitiere daraus:

Sind die Beschwerden, die während eines Schubs auftreten, sehr belastend und schränken sie im Alltag ein (z.B. Sehstörungen oder Lähmungen), so kann Kortison eingesetzt werden. Mit einer hochdosierten Kortisonbehandlung bilden sich die Entzündungsherde und Symptome in der Regel schneller zurück.

Das Kortison wird als tägliche Kurzinfusion beim Arzt oder in der Klinik (während 3-5 Tagen) oder in Tablettenform (während mehrerer Tage) verabreicht. Je nach Indikation kann ein «Ausschleichen» von Kortison mittels Tabletten nach der hochdosierten Kortisonbehandlung notwendig sein.

Kortison ist nicht als Dauertherapie geeignet, da die Langzeitanwendung schwere Folgen haben kann, z.B. Osteoporose oder Diabetes mellitus.

Die Behandlung mit Kortison beeinflusst nur die Rückbildung des Schubs, nicht aber den Verlauf der Multiplen Sklerose.

Quelle: Behandlung | Schweiz. MS-Gesellschaft

Der zweite Text, den ich mir angesehen habe, ist die Broschüre “Schubtherapie der Multiplen Sklerose” in Form einer PDF-Datei der DMSG Hamburg (kann man googeln). Dort heißt es in der Schlussbetrachtung, ich zitiere wieder:

Es liegen nur wenige aussagekräftige Studien zur Wirksamkeit der Kortisontherapie im Schub vor. Eine Übersichtsarbeit fasst 6 Studien zur Kortisontherapie bei akuten Schüben der MS zusammen.

Die Analyse deutet darauf hin, dass es durch die Gabe von Kortison beim akuten Schub bei einem von vier Behandelten zu einer schnelleren Rückbildung der Beschwerden kommt. Andere Effekte, wie zum Beispiel ein Einfluss auf die langfristigen Einschränkungen, konnten nicht gezeigt werden.

Die in der Übersichtsarbeit zusammengefassten Studien geben keinen Hinweis darauf, wie das Kortison optimalerweise gegeben werden sollte. Dies gilt sowohl für die Art (i.v., oral) und die Dauer der Gabe, als auch für den Wirkstoff und die Dosierung.

Nebenwirkungen, wie Stimmungsschwankungen oder Magen- Darm- Beschwerden treten bei mehr als der Hälfte der Behandelten auf, können also nach der gängigen Praxis als sehr häufig bezeichnet werden. Bei ca. einem von 100 Behandelten kommt es zu einer schweren Nebenwirkung.

Die derzeitig verfügbaren aussagekräftigen Studien zur Schubtherapie mit Kortison, zeigen keinen Einfluss der Therapie auf den weiteren und längerfristigen Verlauf der MS.

• Die Gabe von Kortison bei akuten Schüben der MS bewirkt vermutlich bei einem Teil der Behandelten ein schnelleres Abklingen der Beeinträchtigungen.

• Spezifische Nebenwirkungen treten hierbei sehr häufig auf.

• Eine Beeinflussung des weiteren Verlaufs der MS durch die Kortisontherapie ist fraglich.

Ich lese daraus, daß die hauptsächliche Wirkung des Kortisons in einer Verkürzung der Schubdauer besteht. Daß die Ausweitung der Symptome begrenzt und das Endergebnis der Heilung beeinflusst wird, lese ich nicht.

Was meint ihr?

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Das lese ich genauso, vor allem, dass es nur bei einem von vier die Abklingzeit beschleunigt, es aber schwere Nebenwirkungen geben kann. Von daher ist für mich ein Nutzen fraglich…

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Ich bin von Anfang an davon ausgegangen, dass Kortison lediglich in den ersten Wochen dafür sorgt, dass Symptome schneller abklingen (können).

Nach sechs Monaten ist das Ergebnis ob mit oder ohne Kortison identisch.
Da gibts Studien drüber. (Reha-Klugscheißerles-Wissen :innocent:)

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Ich lese

Entzündungen werden gestoppt und weitere Schäden verhindert.
Der Rest ist meiner Meinung nicht wichtig.
(Autor ist die Schweizer MS Gesellschaft. Vermutlich ist es der gleiche Autor, der bei MS Therapien falsch kommuniziert hat und sich hinterher korrigiert hat. Die Qualität ist fragwürdig - sorry. )

LG☀️

Immer eine Frage der Dauer des Schubes, bis es zur entsprechenden Prednisolonschubtherapie kommt. Wenn die Aktivität ungehindert brandschatzen kann, ist ein nicht Eingreifen halt einfach kontraproduktiv!

@Briga

Das Mengenverhältnis “schnelleres Abklingen bei einem von vier Patienten” haut mich auch nicht vom Hocker.

In diesem Zusammenhang: Bei meinen ersten Versuchen, Schübe ohne Kortison zu bewältigen, war ich positiv erstaunt, wie ratz fatz die Rückbildung bei mir auch ohne Kortison vonstatten ging. Natürlich jeweils unterschiedlich in Abhängigkeit von der Schwere des Schubs. Ich dachte mir, das klappt ja fast genauso gut wie mit …

@Sunny_Yellow

Wenn das die einen so lesen und andere das anders interpretieren: Ist die Verwendung von Kortison im Schub etwa Glaubenssache? :thinking:

@Powerbroiler

Von einigen höre ich immer wieder diese Theorie des “den Brand löschen müssen”, oder hier: das fortschreitende Brandschatzen verhindern müssen.

Bis jetzt fand ich aber in der Fachliteratur nie einen Beweis, daß es sich wirklich so verhält.

Eher heißt es wie in den oben zitierten Quellen: Kortison beeinflusst nicht den Langzeitverlauf der Erkrankung.

Wenn Kortison aber wirklich Schübe stoppen und “Brände löschen” könnte, dann würde es den Langzeitverlauf der Erkrankung doch positiv beeinflussen ???

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Es gibt keinerlei medizinische Studie die eine Mindermenge an Cortison auf Dauer verabreichen lt den Charite Bericht Berlin, die aber nun einen Testversuch durchführen.

Fakt ist m.M.
Die menschliche Einstellung zu der Cortisonverabreichung
ist abschreckend und diffus und wird gepeitscht nicht zuletzt durch die schluderhaften hohen Dosierungen in der Vergangenheit.
Jedes menschliche Wesen benötigt Cortison das im Körper in der Nacht gebildet wird um morgens aus dem Bett zu kommen.
Ohne Cortison im Körper entsteht ein deutliches Energie Defizit das vor der MS durch ständige Müdigkeit auftritt und gilt als Warnzeichen.

Nach derzeitigen medizinischen Wissen sind ja die Immunsystem bedingten B Zellen für die MS Krankheit verantwortlich. Deshalb geht es auch vielen Patienten besser bei einer Therapie.

Cortison unterdrückt auch die menschliche natürliche Immunabwehr, was auch die MS Medikamente erreichen.

VG

Es ist ein Teufelszeug, aber bei schweren Schüben unumgänglich…Mein erster Schub,2020 da wusste ich noch gar nicht von der MS…kribbeln in den Füssen, in den Händen, Pelzigkeit am Bauch…zum teil konnte ich gar nicht auf der Tastatur schreiben…der Druck in den Fingern war nicht mehr auszuhalten…erst nach 5 Tagen Cortison war bis auf die Finger alles weg. Aber dann kam erst die Hölle…Haarausfall so stark, dass ich jedes mal weinte als ich mir die Haare waschen wollte. Ich frag mich echt, wie andere di vielleicht 3x im Jahr Cortison brauchen…wie es um die Haare steht. Und dann noch zig andere NW…da würde es hier den Rahmen sprengen…

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Den Langzeitverlauf beeinflusst es nicht, aber darum ging es auch nicht, sondern um die akute Situation. Ist halt immer die Frage, wo die Läsion sich gebildet hat.
Wenn du nur milde Symptome hast, dann schätze dich glücklich.

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Kannst du vielleicht eine dieser Studien nennen? Oder wenn nicht, von wem hast du die Info, daß das Ergebnis mit oder ohne Kortison identisch ist?

@Andy345

Im Kern geht es (mir) hier um die Frage, ob Kortison in so einer Weise “Brände löscht” und Entzündungen eindämmt, so daß das Ergebnis nach der Abheilung des Schubs nach einem halben oder einem Jahr besser ist als ohne Kortison.

@Maria77

Vielleicht hätten sich deine Symptome auch ohne Kortisonstoß in einer akzeptablen Zeit zurückgebildet. Das weiß man nicht. Laut Broschüre der dmsg Hamburg wäre die Chance dafür gar nicht mal so schlecht.

Kannst dich glücklich schätzen, daß dein Schub so eine gute Rückbildungstendenz hatte. Es gibt Fälle, die hatten mehrere Kortisonstöße mit insgesamt weit über 10000 mg Kortison, und die Symptome besserten sich nur langsam oder sogar gar nicht.

@Powerbroiler

Du bist vielleicht eine Type. Oben schreibe ich, daß ich zweimal in Folge eines Schubes eine Paraplegie hatte, und dann schreibst du hier von “milden Symptomen”. Das aufmerksame Lesen scheint nicht so dein Ding zu sein.

Nein, leider hatte ich schon viele Schübe, schwere, mittlere und leichte, alles.

Und der Beweis (oder Nachweis) für deine These des “Brand löschens” (und daß in der Folge das Langzeitergebnis der Schubabheilung zum Beispiel nach einem Jahr besser ist als ohne Kortison) steht immer noch aus.

Ich habe das Gleiche. Meine alten Symptome sind immer noch vorhanden oder kehren zurück, und das schon seit circa 3 Jahren. Bei mir kommt das von Herden in der BWS.

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Leider nicht. Das war ein Vortrag in der der Reha, der sich allerdings auf Studien stützte.

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